Ausfüllhinweise zum Befundbericht im Rehaverfahren

Arbeitsunfähigkeit:

Bitte geben Sie an, ob und ggf. seit wann Ihr Patient arbeitsunfähig ist, da leider nicht immer die aktuellen Arbeitsunfähigkeitszeiten als Meldung von der Krankenkasse vorliegen.

Diagnosen:

Bitte geben Sie die Diagnose, die einen Reha-Bedarf Ihres Patienten aus Ihrer Sicht begründet, als erste Diagnose an und die weiteren Diagnosen in der Reihenfolge ihrer Bedeutung. Wichtig sind dabei die mit der Diagnose einhergehenden Funktionseinschränkungen, also sogenannte Funktions-Diagnosen.

Erläuterungen zu Funktionsdiagnosen

Beispiele für sog. Funktionsdiagnosen:

  • statt Z. n. Prostata-Ca: Ausgeprägte Inkontinenz nach radikal behandeltem Prostata-Ca,
  • statt Bandscheibenvorfall: Schmerzhafte Bewegungseinschränkung der LWS und muskuläre Schwäche im linken Bein bei BSV L4/5.
  • statt Z. n. Hüft-TEP: Geringe Bewegungseinschränkung in der rechten Hüfte nach Einsetzen des künstlichen Hüftgelenkes

Beschwerden und Funktionseinschränkungen:

Schildern Sie detailliert die Beschwerden und die Funktionseinschränkungen Ihres Patienten und bedenken Sie bitte dabei, dass Ihre Angaben von ärztlichen Kollegen gelesen und bewertet werden, die Ihren Patienten persönlich nicht kennen.

Risikofaktoren:

Bitte geben Sie an, ob bei Ihrem Patienten eine Gefährdung durch Alkohol oder andere Suchtmittel besteht, um eventuelle Möglichkeiten einer notwendigen Entwöhnungsmaßnahme zu prüfen.

Tätigkeitsbedingte und andere soziale Belastungsfaktoren:

Hierzu zählen z. B. familiäre Konflikt- oder Belastungssituationen, wie Angehörige, die gepflegt werden müssen, allein für die Erziehung von Kindern verantwortlich zu sein, Todesfälle im engeren Umfeld, Schulden, aber auch Probleme am Arbeitsplatz oder besondere Tätigkeitsfaktoren.

Untersuchungsbefund:

Bitte vergessen Sie hier nicht, neben körperlichen und technischen Untersuchungsbefunden, auch Größe, Gewicht, Blutdruck und Puls einzutragen.

Bisherige Therapien:

Bitte stellen Sie vollständig Art und Umfang der bisher durchgeführten Therapie dar, wie z. B. Anzahl der erfolgten Physio- oder Psychotherapie oder die aktuell verordneten Medikamente mit genauer Dosierung. Nur so können die Ärzte der Rentenversicherung sich ein vollständiges Bild von der bisher durchgeführten Therapie machen. Sie vermeiden dadurch Rückfragen durch den ärztlichen Dienst, so dass eine zügige Bearbeitung des Antrages gewährleistet wird. Bitte senden Sie auch alle relevanten fachärztlichen Berichte der letzten zwei Jahre mit.

Hinweis:
Bei onkologischen Erkrankungen sollte die Primärtherapie (Operation, Chemotherapie, Bestrahlung) vor Antragstellung abgeschlossen sein, bzw. im Antrag das voraussichtliche Ende vermerkt sein. Bei langfristig fortlaufenden Chemotherapien, die für die Rehabilitation nicht unterbrochen werden können, wird im Einzelfall die Reha-Fähigkeit geprüft und, falls diese vorhanden ist, die Chemotherapie während der Rehabilitation fortgesetzt. In diesen Situationen bitten wir um ausführliche Begründungen, Hinweise zur Reha-Fähigkeit und eine genaue Angabe des Therapieschemas.

Reha-Fähigkeit:

Bitte denken Sie daran, dass ein gewisses Maß an Mobilität und Selbstversorgungsfähigkeit zur Durchführung der Rehabilitation unerlässlich ist!

Hinweis:
Bei schweren Depressionen mit ausgeprägter Antriebsminderung und/oder Suizidgefahr besteht keine Reha-Belastbarkeit! Hier ist eine stationäre Krankenhausbehandlung über die Krankenkasse angezeigt.