Rente wegen Erwerbsminderung

Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit sollen die Existenz von Personen sichern, die aufgrund einer Krankheit oder Behinderung vor Erreichen der Regelaltersgrenze gar nicht oder nur noch stundenweise erwerbstätig sein können.

Die Voraussetzungen für eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit sind nach gesetzlicher Definition erfüllt, wenn eine Versicherte / ein Versicherter wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande ist, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens sechs Stunden täglich erwerbstätig zu sein.

Die Ursachen einer verminderten Erwerbsfähigkeit können also allein gesundheitlich bedingte Einschränkungen sein. Faktoren wie geringe Qualifizierung, Alter oder ungenügende Beherrschung der deutschen Sprache können bei der Feststellung einer Erwerbsminderung im Sinne der Rentenversicherung nicht berücksichtigt werden.

Rechtliche Voraussetzungen

Daneben müssen zwingend auch spezielle versicherungsrechtliche Voraussetzungen erfüllt sein.

Rechtsgrundlage für eine Rente wegen Erwerbsminderung (§ 43 SGBVI)

Die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen im konkreten Einzelfall können durch die Rentenversicherungsträger auf Anfrage, z. B. in einer Auskunfts- und Beratungsstelle, geklärt werden.

Auskunfts- und Beratungsstellensuche der Deutschen Rentenversicherung

Begriffsklärung: Erwerbsfähigkeit und allgemeiner Arbeitsmarkt

Erwerbsfähigkeit im Sinne der Rentenversicherung ist die Fähigkeit eines Versicherten, sich unter Ausnutzung aller Arbeitsgelegenheiten, die sich ihm nach seinen Kenntnissen und körperlichen wie geistigen Fähigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bieten, einen Erwerb zu verschaffen und dabei 6 Stunden täglich erwerbstätig zu sein (= Leistungsvermögen). Eine Erwerbsminderung wird nur angenommen, wenn dieses Leistungsvermögen „auf nicht absehbare Zeit“, das heißt für mindestens sechs Monate, eingeschränkt ist.

Der allgemeine Arbeitsmarkt umfasst alle nur denkbaren Tätigkeiten, für die auf dem Arbeitsmarkt Angebot und Nachfrage bestehen. Es kommt nicht darauf an, ob es offene Stellen gibt.