Rehabilitation bei Post- oder Long-Covid
Nach einer Infektion mit dem Coronavirus können bei einem Teil der Betroffenen Beschwerden anhalten oder neue auftreten. Halten diese Symptome länger als zwölf Wochen an und lassen sich nicht durch andere Erkrankungen erklären, spricht man von einem Post-COVID-Syndrom (PCS). Die Ausprägungen sind sehr unterschiedlich: Während einige Betroffene schrittweise zu ihrer früheren Leistungsfähigkeit zurückfinden, erleben andere einen langwierigen Verlauf mit deutlichen Einschränkungen im Alltag, im Berufsleben und in der sozialen Teilhabe.
Typische Symptome können unter anderem sein:
- ausgeprägte körperliche und geistige Erschöpfbarkeit (Fatigue)
- Belastungsintoleranz, teilweise mit Zustandsverschlechterung nach Anstrengung (Post-Exertionelle Malaise (PEM))
- Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
- Schmerzen, Schlafstörungen sowie psychische Belastungen
- Atemnot, Herz-Kreislauf-Beschwerden.
Post-COVID ist kein einheitliches Krankheitsbild, sondern ein Syndrom mit variablen Symptomen und unterschiedlichen Verläufen.
Besteht der Verdacht auf ein Post-COVID-Syndrom, müssen zunächst Differentialdiagnosen mittels entsprechender Diagnostik ausgeschlossen werden. Eine ursächliche Therapie steht bislang nicht zur Verfügung, so dass sich die Behandlung auf symptomatische Ansätze beschränkt. Informationen hierzu finden sich in den entsprechenden Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).
Eine medizinische Rehabilitation sollte immer dann beantragt werden, wenn ambulante Maßnahmen nicht ausreichen und die Erwerbsfähigkeit erheblich gefährdet ist.
Die Post-COVID-Rehabilitation der Rentenversicherung folgt einem ganzheitlichen, interdisziplinären und individuellen Ansatz. Zentrale Ziele sind:
- die Verbesserung oder Stabilisierung der Funktionsfähigkeit,
- der Aufbau eines angemessenen Belastungs- und Energiemanagements und
- die Förderung des Selbstmanagements und des Krankheitsverständnisses.
Die individuelle Befunderhebung zu Beginn der Rehabilitation unter Würdigung der Ergebnisse der bereits vorliegenden ambulanten Diagnostik bilden dabei die Grundlage für einen maßgeschneiderten individuellen Behandlungsplan. Dieser setzt sich aus unterschiedlichen Bausteinen zusammen. Beispielhaft zu nennen sind:
- Physiotherapie, Ergotherapie und Sport- bzw. Bewegungstherapie
- Psychologische und psychotherapeutische Angebote
- Atem-, Entspannungs- und kognitive Therapien
- Sozialberatung und arbeitsbezogene Unterstützung.
Detaillierte Informationen zur medizinischen Rehabilitation bietet das Eckpunktepapier für die medizinische Rehabilitation bei Post-COVID-Syndrom.
https://www.deutsche-rentenversicherung.de/eckpunktepapier-pcs
Erfahrungsbericht zu einer medizinischen Rehabilitation bei Post-COVID
Eine medizinische Rehabilitation kann helfen, Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu verbessern.